So, der Startschuss ist gefallen. Donnerstagabend feierte St.Gallen im Waaghaus in den Openairsommer hinein – und Raphaela schaffte es erst auf das letzte Konzert. Ja, mir schmerzt die Seele, ja, es tut mir leid, aber um in dieser gebeutelten Welt bestehen zu können müssen unangenehme Prioritäten gesetzt werden… Auf jeden Fall stand ich geputzt und gestriegelt vor dem Pullup Orchestra, und das mit dem geputzt und geschniegelt lassen wir gleich wieder weg. Viel Getanze, mitreissende Solos und viel Humor von einer Band, der man ansieht, dass sie Spass an ihrer Sache hat und sich sogar an Tanzcrews wagt, liessen meine Eleganz und Mascara schmelzen wie Schokoladeeis vor der Sitterbühne.
Freitags durfte ich ein wenig ausschlafen, gottseidank, so war der richtigen Party abends nicht mehr viel im Wege. Thomaten und Beeren waren -wie schon vorgewarnt – erfrischend, witzig, und einfach mit einem gewissen Jööh-Faktor… Der Jööh-Faktor blieb auch, denn wir tourten weiter, in Richtung Grabenhalle, wo the Skrufs spielten. Kleine Jungs, grosse Musik. Ja, der Leadsänger trägt ein Zahnspange, ja, der Bassist war gleichlang wie sein Bass, aber wir standen in der hinteren Ecke der Halle, blickten auf das Geschehen und dachten uns, jaah, das ist die heutige Jugend. Das Publikum – nicht viel älter als die Band – tanzte wie verrückt und man sah dass the Skrufs nicht das erste Mal auf der Bühne standen. Zwar fehlte es noch ein wenig an Druck, ein gewisses Radio-laut-gedreht-Feeling war da, aber mit ein wenig Übung und weise gesagt, Erfahrung, wird auch das noch verschwinden – und die Ostschweiz weiss eine gute, saubere, kleine Indie-Band mehr aufzuweisen.
Man schleikte mich zu Eno. Erst sträubte mich, denn nach all dem Getanze war ich nicht nach “viel rumloopen, das gibt einen Soundteppich zum reinliegen, soo schön” zumute. Aber ich gebe zu, ich war hin und weg. Das Kugl erst halb gefüllt von schunkelnden Pärchen und seltsam berührten Leuten, stellte ich mich dazu und driftete in ferne Sphären. Laut diskutierend zu was wir die Enos hören würden in unseren Lebens-Soundtracks, tingelten wir durch die Stadt, guckten ins Flon – Slone Curby, ich muss zugeben dass die nicht so ganz meinem Stil entsprachen, aber durchaus auch ihre Fans hatten. Das ist ja das schöne an diesem Anlass; guck rein, lauf raus wie es dir gefällt.
Schlussendlich strandeten wir in der Grabenhalle, sahen die letzten Minuten Mizan – eine routinierte Band, die aber mitzureissen weiss und einen tollen Kontrast zu den Vorgängern the Skrufs darstellten.
Meinen Abend rundeten Friends with Displays ab. Eine rauschende, zügellose Elektroparty, mit, wie ich später erfuhr, neuem Rekord was Bier/Minute-ausschenken anging. Das Publikum war kurz vor dem Ausrasten, es wurde halt eben richtig tüchtig gefeiert. Und genau daran gedenken wir ohne Übergang ein ebenso ausgelassenes Openair dranzuhängen…
lüftet eure Schlafsäcke, bald gehts ans Eingemachte!
eure treppensteigende Raphaela
Mehr Fotos vom MuG gibts hier – danke unseren Fesitvalfotografen schattenwerk.ch und aemde.ch





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