Grosses anstehen war angesagt. Die Aufregung der Leute war unübersehbar, die Freue ebenfalls. Alles wurde gepackt und getrage! Der erste Schritt in die Zone Open Air 2009 wurde getan und die Erkenntnis „ Ja, ich bin wieder hier, hier im Sittertobel!“ hat sich bewahrheitet. Nachtschwärmer heisst das Zauberwort. Das Privileg von wegen rechts vorbeilaufen, wollte ich nicht ausnützen. Ich gehöre zur Masse die ansteht, schon immer und das ist auch gut so. Ich half einer schönen Frau den Schlafsack tragen, beriet wartende Leute über neue mögliche VBSG Preislösungen, erhielt ein Petbier Gratis und doch war ich dort….auf dem Gelände, eins mit dem Festival, eins mit der Freiheit. Ja, ich bin zuhause… kam man so sagen. Und als ich das momentane allein sein zu geniessen begann, erklang auch schon “Black Rebel Motorcycle Club” aus der Habsburg Bar.
Mizan verpasste ich knapp, was mich nicht gross störte. Bandtechnisch war der Donnerstag nun auch nicht überissen, sondern mehr als gut gemeinte Hintergrundmusik welche mal an Qualität gewinnt und wieder verliert. Verziehen wird alles. Es ist ja Open Air. Die neuen Sanitären Anlagen durfte ich gleich mal testen. „Sorry sind das die Lavabos?“ fragte mich ein Typ mit Sonnenbrille und Hut, „ Nein sorry Junge, das sind Pissoirs,“ durfte ich ihn aufklären. Naja, es gibt immer wieder Neuerungen am Open Air. Donnerstag-Open Air bleibt Donnerstag. Die hochgelobten „Shantel“ waren der Startschuss fürs Festival. Die Sternenbühne war plötzlich voll, ausverkaufte Hütte! Die Menge klatschte und hüpfte, tanzte, warfen sich küsse zu, umarmten sich. Ich, mittendrin, dann wieder ein bisschen ausserhalb bis hin zu einem schönem Wiesensitzplatz, sah dem Geschehen zu. Mit allem Respekt für Shantel, es war einfach nicht mein Ding, nicht meine Musik. Die Partisanen, übersetzt bewaffnete Kämpfer der Sowjetischen Streitkräfte, der serbischen wohlgesagt, waren der Überzeugung nahe dem Proletariat (in diesem Fall die Festivalbesucher) eine übermässige Stimmungsportion zu schenken , doch für mich reichte es nicht. Sie sind halt keine „Stevenson Ranch Davididans“. Für einen grossen Teil der Menge schon. Ich gesellte mich zu Altbekannten, Interessierte Blog Leser, Trinker und Hippies. Es war Donnerstag und die Stimmung eigentlich so wie sie sein sollte. Meine Zigarette beim Ausgang, mein schmunzeln, meine Interesse waren der Überzeugung Nahe, dem Geschehen gelassener entgegenzutreten als noch vor einem Jahr. Ich rede nicht von Vollkommenheit, sondern von Zufriedenheit. Eine innerliche Sehnsucht herrscht immer noch, das soll auch so bleiben. Es ist nun Freitag… ein hoch auf die heutige Sternenbühne. Mein Program: Get Well Soon, the Gaslight Anthem, Yeah Yeah Yeahs und dann zu den Flaming Lips. Was für ein wunderbarer Tag. Entgegen der Gewitterwahrnung sag ich nur eins: Wir scheissen auf Regen!
Antonio


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