Ellie Goulding bestätigt.

Gestern spät am Abend (nach Druck- und Schreibschluss) ist die erfreuliche Nachricht gekommen, dass Ellie Goulding, momentane Nr. 1 in England und eine ganz grosse Hoffnung in der Poplandschaft, am Sonntag im Sittertobel spielen wird. Uns hat sie in Groningen mit ihren starken Songs und der grossartigen Stimme überzeugt, wir hoffen, euch passiert das Gleiche.

http://www.youtube.com/watch?v=NQg-RnK-hms

The Strokes, Kasabian und Stone Temple Pilots am 34. OpenAir St. Gallen

Vom 24. bis 27. Juni 2010 stehen am OpenAir St.Gallen zahlreiche internationale Stars auf den Bühnen, so
The Strokes, Kasabian, Stone Temple Pilots, Billy Talent, 30 Seconds To Mars, White Lies, LCD Soundsystem und 2Many DJs. Mit Tocotronic, Jochen Distelmeyer, Dendemann und LaBrassBanda ist auch Deutschland prominent vertreten. Und Acts wie Stiller Has, Bonaparte, Plasma, Lee Everton And The Scrucialists sowie Kutti MC bringen einheimisches Musikschaffen ins Sittertobel. Natürlich gibt es auch jede Menge junge, coole Bands zum Entdecken. Ihr findet die Infos, bewegte und starre Bilder zu den Acts im Line-Up Bereich.

Weitere Clips gibt’s hier: Clips.

Christof Huber beantwortet heute (Mittwoch) Nachmittag eure Fragen zum Programm.
Intelligente Beiträge ab Mittwochmittag bitte hier posten: Facebook OASG. Christof beantwortet sie dann im Verlauf des Nachmittags.

Ask the boss.

Christof Huber stellt sich am Mittwoch Nachmittag wieder euren Fragen zum Programm und den Bands.
Intelligente Beiträge ab Mittwochmittag (nicht früher, die gehen sonst in einer Flut News-Melungen unter!!!) bitte hier posten: http://www.facebook.com/pages/OpenAir-StGallen-official/26691346173
Christof beantwortet sie dann im Verlauf des Nachmittags.
Cheers!

Ach ja: Noch 2x schlafen bis viele schöne Namen diese Webseite zieren. Frohes Träumen bis dahin!

Die Kunst der Vielfalt

Gelobt von den einen, kritisiert von den anderen. Das sich jährlich wiederholende Spiel geht in die nächste Runde! An Gesprächsstoff mangelt es an diesjährigem Open Air Programm sicherlich nicht. Das St. Galler Tagblatt berichtete wenig spektakulär von diesem Line-Up Ereignis. Sie konnten es sich aber nicht verkneifen, Mando Diao’s „Give me fire“ als Oasis-Verfolger-Hit-Nr.1 anzukündigen. Auch der Frisurenvergleich war schon ein bisschen ins leere gegriffen (das war mir schon ein kleines schmunzeln Wert!).

Was auffällt: Das Open Air St. Gallen besticht nicht mit riesigen Highlight Acts dafür aber mit Vielfalt. Reich an Qualität, arm im Bezug auf “grosse” Namen! Die Kritik der Enttäuschten, ist aber sicherlich berechtigt. Zu gross waren die Erwartungen an das Festival, dementsprechend gross auch die Enttäuschung am Tag der verkundeten Nachricht. Der hohe Ticketpreis schlägt Unschlüssigen auf den Magen, gefolgt von der Erkenntnis „Wo bleibt dann der meeega Act wenn ich schon soviel bezahlen muss?“  Naja, es ist wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt um über die Machenschaften der Musik-Business Welt zu sprechen. Man hätte den Blog schon anderst beginnen sollen. Die Geschichte der Vinyl bis hin zum Open Air Ticket Preis erzähl ich euch evt. in einem anderen Blog. Auf jedenfall liegt es in der Kunst des Betrachters die Gestaltung des Open Air SG Line-Up zu werten. Über Geschmack lässt sich ja angeblich streiten. Oder doch nicht?

Ich nahm das Programm nüchtern zur Kenntnis:  keine Radiohead, kein Ryan Adams, keine Verve!!! Puuh…Auch keine Sigur Ros. Ich versuchte zu filtern, das hervorzuheben was mir sonst noch gefällt, mich anspricht und reizt. Seite 1 bis 6 eines Skripts mit bestätigten Bands wird durchgeblättert, wieder nach vorne zu Seite 5. Kleine Gedankenpause, weiteres herum blättern : Nick Cave, Flaming Lips, Get Well Soon, Editors, Cold War Kids, the Streets. Meine persönliche Highlight Liste im Moment. Sechs vielverspechende Konzerte und noch 12 ausstehende Acts. Als fast schon lauter ”Geheimtipp” zählt sicherlich auch die zur Zeit sehr erfolgreiche Sophie Hunger.

Zeit der Besinnung. Ich versuchte meinen ersten Eindruck einzuordnen.  Der optimale Gefühlszustand zwischen „Enttäuschung“ und „Interessiert sein“ sowie „Freude empfinden“ hielt sich etwa im Gleichgewicht. Ich habe mich am Abend vorher ein bisschen darauf vorbereitet. Man weiss ja nie. Enttäuscht war ich, weil der Traum Ryan Adams und Okkervil River zu sehen (wahrscheinlich) geplatzt ist. Interessiert bin ich, weil man von den Liveauftritten von den Flaming Lips und Get Well Soon sehr gutes Gehört hat und Freude empfinde ich, das die Bekanntgabe der restlichen Programms, doch noch die eine oder andere Überraschung bringen wird, womit wir wieder beim Thema Träumen angekommen sind.


„Wir brauchen mächtige, goldene Begattungen“
(Jim Morrison)

Jim Morrison’s poetischer Vers wiederspiegelte meine persönliche Erwartungshaltung vor der Bekanntgabe des diesjährigen Programs. „Entdecken wir die Mythen des Musikzeitalters“ war mein Tagesmotte am Mittwoch Morgen sowie die damit verbunden Aufbruchstimmung nach dem Kaffe. Beim herausgehen noch schnell „Death in Vegas“ gesucht und gefunden. iPod und ich waren Startklar. Hektik herrschte in meiner Geisteswelt: „Oasis Ja, Oasis nein, And you will know us by the trail of dead am Open Air?! Unbedingt!  Verdienen wir sie überhaupt oder sie uns? Ist diese Frage überflüssig? Was, wenn „Wolf Parade“ am Freitagabend spielen würde, unter der Voraussetzung man möchte ein weiteres Spektakel, ähnlich wie das Arcade Fire Konzert vor zwei Jahren erleben. Das wäre ja der absolute Wahnsinn!!! Und wie würde Frau Frei vor Freude ausflippen wenn die „Great Lake Swimmers“ unser Festival besuchen würden?

Die Zigarette fertig geraucht und zehn Schritte vom Eingangsbereich der Parterrestufe entfernt, lief ich Musikhörend ins Büro und wartete gespannt. „Es wird gut kommen, da bin ich mir sicher!“. Es ist genau dieser, für Open Air Zwecke elend dienende Optimismus, welche mir die „Hoffnung stirbt zuletzt-Phrase“ ins Gehirn schreit und mir ein bisschen zusetzt. Noch einmal ganz tief durchatmen und hoffen.


„Irgendwann kommt der Augenblick, wo wir die Augen öffnen und in einer anderen Welt erwachen. Vor mir, liegend und stehend zugleich, die unendliche Welt mit dem Namen „Realität. Ein unglaublicher Planet voller Individuen und Gefühlen umgibt dieses Auge der Zeit. Ich bin wach.

Wo liegt der Unterschied zwischen Freude und Enttäuschung? Dürfen wir uns getrauen von Glück zu reden? Diese Welt hier, ist kälter und ungerechter als meine. In meinen Träumen erfüllen sich meine Wünsche und ich bin nicht enttäuscht….“ (Antonio Leanza)

Im ersten Augenblick durchlief ich die Gefühlswelt der Enttäuschten und Glücklichen, der Kritischen und den Uninteressierten. Zurück von meiner Entdeckungsreise bleiben mir folgende Erkenntnisse : Dieses Open Air lebt von der musikalischen Vielfalt. Sie lebt von Überraschungen und der Qualität der verschiedensten Künstler. Leider gibt es auch wieder Wiederholungstäter wie Mando Diao oder Stress. (Zur Info: Sollte von beiden der letzte Auftritt sein am Open Air St. Gallen gemäss Abo-Stempelkarte) Dieses Open Air lebt aber auch von konstruktiver Kritik am Festivalprogramm selber, was das ganze auch wieder interessant macht. Die goldene Mitte des „perfekten Festival“ Programms für alle, gibt es nicht oder ist soweit noch nicht bekannt. So dynamisch wie sich der Mensch in der Gesellschaft entwickelt, geradeso identisch entwickelt sich auch die Musik mit all ihren Facetten und Reizen. Die Messlatte im Vergleich mit Internationalen Open Air’s ist hoch, die Erwartungen an den Veranstalter enorm und unser Durst nach grösseren Namen und immer besseren Highlights endlos.

Wären wir wieder beim „perfekten Programm“.

Für alle Nachtragenden und immer noch bitter Enttäuschten Fans verabschiede ich mich liebevoll mit einer passenden Schlusszeile von Jim Morrison (Der Jim hat es in sich. Wird heute schon zum zweiten mal von mir erwähnt!):


„wir können unsere eigenen Königreiche erfinden

Prächtige, purpurne throne, jene sitze der gier

& lieben müssen wir, in betten aus rost hier“

Liebe hyperventilierende Welt

Ohne lange Vorreden- hier meine Geschichte eines denkwürdigen Mittwochmorgens:

Nach einem Fahrradstunt an den Bahnhof und einer kribbeligen Zugfahrt bin ich in der Kunsthalle eingetroffen – und war ganz schön eingeschüchtert… Ich hatte kein FM1-Mikro, an dem ich herumschrauben konnte, verzichtete auf mein Klemmbrett und alle waren so wahnsinnig kulturell gebildet… zum Glück hörte ich eine vertraute Openairkomiteestimme hinter mir, bekam einen Kaffee (danke… meine Nerven) und entdeckte sogar ein bekanntes Gesicht. Schliesslich wurden wir in den Ausstellungsraum Nummer Eins zitiert, hörten uns Informationen an über Petflaschenentsorgung etc, konnte mir aber leider nicht allzu viel merken (mein Hirn war kribbliger Matsch, tut mir leid…), und wurden dann gebeten, uns die Ausstellung anzusehen, in welcher Informationen zum Lineup versteckt seien. Schnurstracks losgewandert, im dritten Saal hatte es sehr interessante Plakate mit gestanzten Botschaften- moment, das waren Songtitel. Also, kulturelles Interesse hervorholen und lesen.
Auf dem ersten DIG LAZARUS, DIG!!! auf dem z… moment. (Puls auf 180, goldfischähnliche Mimik, mir entwischt ein leises “etz abo ohni sch***?!”) ooh, mein gott, Mr.Cave? Yeeeah… dann GIVE ME FIRE (ich kenne da welche, die werden sich freuen) dann THE COLOUR OF SNOW (und jetzt bin ich diejenige, die sich freut. Po!lar!kreis!18!) etc. All die Journis machen sich Notizen, bleiben gaaaanz kuhl, und ich wippe und hüpfe und grinse…
Zum grossen Schlussbouquet stehen wir wie Kindergärtler vor einem schlüpfenden Bibeli um ein verhülltes Plakat, der König des Openairs verblüfft uns noch mit einer ungeheuren Zahl (es wurden über eineinhalb Millionen fürs Lineup ausgegeben, haimatlandt! Das ist schüli viel Geld für Kulturgut…), und dann leuchtets vor uns, amen.
Noch ein wenig mit dem bekannten Gesicht geschwatzt und dann ab zu Bloggerkumpan, der brav im Büro sass, Botschaften überbringen. Woohoo, Antonio, die Lovebugs kommen!!!

Jaah, es verspricht interessant zu werden… Allerdings muss ich mich den vielen, die nach einem guten Electroact schreien, anschliessen. Meine persönlichen Vorschläge… wie wärs mit Of Montreal? oder Santogold? Bonaparte? Mit Jan Delay, Farin U und Peter Fox ist ziemlich viel Deutsches Tanz-gesimsel darin… Aber hey! eine Party wirds sowieso. Polarkreis 18 kommen, das heisst das Karma ist (für mich) gerettet…
Es ist ja noch nicht aller Tage abend… nein, Michael Jackson ziert sich noch ein wenig, aber er wird Headliner vom Freitag, das weiss ich. Jawoll.

Also rätselt weiter, gebt die Hoffnung nicht auf und spioniert schon mal fleissig den Gegebenen nach-
eure sich extrem journalistisch fühlende Raphaela